Kommunikation mit Eltern
Shownotes
In dieser Folge erfährst du:
- warum Vertrauen die wichtigste Grundlage jeder Beratung ist
- welche Kommunikationsprinzipien Eltern wirklich erreichen
- wie Fachkräfte mit Sorgen, Ängsten und Verunsicherung umgehen können
- warum Eltern unterschiedlich auf Beratung reagieren
- welche Elterntypen häufig in der Praxis begegnen
- wie Social Media Erwartungen und Informationsverhalten verändert
- warum Beziehung und Empathie wichtiger sind als reine Wissensvermittlung
- wie Fachkräfte Eltern entlasten und ihre Selbstwirksamkeit stärken können
Kapitelmarken:
- 00:00 – Einstieg: Warum Kommunikation in der Elternberatung so wichtig ist
- 01:33 – Vorstellung der Expertinnen: Hebamme Wiebke & Psychologin Katharina
- 01:55 – Grundprinzipien guter Kommunikation mit Eltern
- 03:36 – Sorgen, Ängste und Verunsicherung in der frühen Elternzeit
- 06:00 – Unterschiedliche Elterntypen und ihre Bedürfnisse
- 09:05 – Wenn Eltern zwischen vielen Meinungen stehen
- 10:12 – Social Media und neue Herausforderungen in der Beratung
- 14:05 – Praxisbeispiele: Wie Vertrauen in der Beratung entsteht
- 19:24 – Superkräfte in der Beratung: Zeit, Beziehung und Reflexion
Links:
BEBA Fachportal: https://www.bebamedical.de/
Literatur:
https://www.klaus-grawe-institut.ch/fachbereich/
Grawe K & Grawe-Gerber M (1999). Ressourcenaktivierung. Ein primäres Wirkprinzip der Psychotherapie. Psychotherapeut, 44, 63-73.
Gassmann D et al. (2013). Ressourcen aktivieren in der Psychotherapie und Beratung. PSYCH up2date 7:2, 67-69.
Transkript anzeigen
00:00:00:
00:00:01: Willkommen zu Wissen Leicht Verdaulich, der Beber Medical Fach Podcast für Gesundheitsexpertinnen rund um Familie und Kind.
00:00:18: Ich bin Tina und heute sprechen wir über ein Thema, das im Beratungsalltag eine riesige Rolle spielt.
00:00:24: Kommunikation mit Eltern.
00:00:26: Eltern sind heute so gut informiert wie nie und gleichzeitig oft stark verunsichert.
00:00:30: Die Art, wie wir kommunizieren entscheidet darüber ob Fachwissen überhaupt ankommt.
00:00:35: Bevor wir heute direkt ins Thema einsteigen möchten will ich natürlich meine Gesprächspartnerin vorstellen.
00:00:41: an meiner Seite sind Hebamme Wiebke Wallach und Psychologin Katharina Battrakow.
00:00:45: Hallo ihr zwei!
00:00:46: Hallo, ich stelle euch doch gerne nochmal kurz vor.
00:00:50: Wie magst du starten?
00:00:52: Sehr gerne!
00:00:53: Ich bin Wehmke, Hebammen in Regensburg seit über zwanzig Jahren und habe noch mal studiert und arbeite jetzt hauptsächlich Management- und Lehre in den Hebammenwissenschaften.
00:01:03: Das heißt, ich begleite die zukünftigen Hebammen auf ihrem Start ins Beruf leben.
00:01:07: Danke dir Katarina.
00:01:09: Ich bin Katarina Meier-Battrakow.
00:01:11: Ich lebe in der Nähe von Bremen hier.
00:01:13: Ich Bin Klinische Psychologin und Systemischer Coach Parallel in Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichen, Psychotherapeutin.
00:01:20: Und begleite seit dem Jahr zwei Tausend neunzehn, zwei tausend zwanzig Eltern und junge Familien rund um das Thema Schlaf Bündung Beziehungsgestaltung und all die Themen.
00:01:30: diese aufkommen in den ersten Lebensjahren.
00:01:33: Super, danke euch zwei!
00:01:34: Ich bin heute wirklich sehr gespannt auf diese Folge.
00:01:36: Ich glaube dass wir ganz viele spannende Aspekte gerade von euch beiden bekommen können.
00:01:41: Wir wollen darüber sprechen wie gelingende Kommunikation funktioniert Wie man mit Sorgen und unterschiedlichen Typen an Kommunikations umgehen kann Und warum Vertrauen einfach eine ganz zentrale Rolle dabei spielt.
00:01:53: Lass uns aber mit den Basics starten.
00:01:55: Was für Kommunikionsprinzipien machen denn eine gute Beratung aus Katharina?
00:02:00: Also aus meiner Sicht, beziehungsweise aus Sicht der Psychologie allgemein ist bzw.
00:02:05: denke ich mal der Boden nachdem erst alles andere wirksam werden kann.
00:02:09: Und daraus ergibt sich sicherlich auch für die Eltern Beratung und für die Kommunikation eben sowas wie emotionale Wärme, Empathie, Wertschätzung und eben Authentzität des Gegenübers – das bedeutet dass wir natürlich dann in der Beratungen aktiv zuhören, offene Fragen stellen uns mit der Sprache an unser Gegenüber anpassen und eben viel wichtiger nicht was wir sagen sondern eben unsere Haltung an unser Gegenüber.
00:02:34: Ich nehme dich, ich nehme euch ernst und ich sage immer ein wirkliches Interesse an der inneren Landkarte des Gegenübers.
00:02:41: also das ging über so mit Fragen beleuchten dass man wirklich versteht was im Inneren vorgeht.
00:02:48: Danke dir Wiebke.
00:02:48: möchtest du es ergänzen aus deiner Beratung?
00:02:51: Gerne, da wäre ja oft auch im häuslichen Kontext beraten.
00:02:54: Ist mir meine Körpersprache ganz wichtig also dass man nicht schon die Jacke in der Hand hat und den Hebam-Koffer in der anderen.
00:03:00: das Gefühl bei den Eltern entsteht hier ist eigentlich gar keine Zeit jetzt noch auf meine Frage einzugeben Sondern dass man sich dann entweder nochmal die Zeit nimmt und sich noch mal hinsetzt und sagt, ich sitze jetzt hier ganz bewusst.
00:03:11: Und beantworte eure Frage.
00:03:13: Und gerade in den ersten Termin erlebe ich das oft, dass die Eltern schon drei Diener vier Seiten mit Fragen haben.
00:03:18: Da geht es dann gefühlt von der Krippeneingewöhnung über die Beikost bis zum ersten Stilleproblem.
00:03:24: Und dafür ist auch ganz wichtig, den Eltern sozusagen alle Fragen sind wichtig.
00:03:27: Ich nehme mir auch gerne für eure Fragen Zeit aber lasst uns ein bisschen priorisieren was ist heute wichtig?
00:03:33: Und dann nehmen wir die anderen Fragen mit für die nächsten Besuche und manchmal muss man denen ein bisschen helfen, die einzusortieren was so von der Reihenfolge her Sinn macht oder was man vielleicht auch so ein bisschen thematisch zusammenfassen kann.
00:03:44: Das sind so vielleicht wichtige Erfahrungen, die ich aus der Praxis noch beisteuern
00:03:48: kann.
00:03:48: Das schwingt ja schon mit, dass Verunsicherung wahrscheinlich ein ganz großes Thema ist bei jungen Eltern und die Gefühle sind stark.
00:03:55: Viele sind aufgewühlt in der ersten Zeit.
00:03:58: Wie kann man dann solchen Sorgen rund um Stillprobleme vielleicht?
00:04:02: Schlafentzug wie kann man das ganz gut auffangen in der Beratung?
00:04:06: Da würde ich vielleicht erst mal starten, dass aus Sicht der Psychologie oder aus meiner Sicht auch Ängste und Sorgen erstmal völlig legitim und normal sind.
00:04:14: Und uns ja einfach nur ein Signal geben das hier Achtung irgendwas ist gerade was mehr Beachtungen braucht.
00:04:22: Für mich ist klar so lange eben sein Gefühl wie Sorge oder Angst im Vordergrund steht komme ich nur bedingt mit reinem Faktenwissen weiter in diesem Moment.
00:04:31: Deswegen ist dann reine Wissensvermittlung ein bisschen zu kurz gegriffen und ich schaue dann erst mal, wie es um die emotionale Versorgung steht.
00:04:38: also Ich nehme wahr was ist?
00:04:39: Ich benenne es!
00:04:42: Ich versuche zu verstehen, was die Erklärung der Eltern gerade für diese Sorge ist.
00:04:46: Also was ist zum Beispiel die Annahme dafür?
00:04:48: Dass das Kind grade nicht gut isst oder nicht gut schläft?
00:04:51: und was bedeutet überhaupt für die Eltern gut essen oder gut schlafen oder sich gut verhalten?
00:04:57: Und wenn ich das so ein bisschen näher verstanden habe Die Logik dahinter kann ich besser einordnen worum es eigentlich gerade geht Und dann eben zu schauen, welches Bedürfnis ist denn eigentlich?
00:05:07: Brauchen die Eltern jetzt gerade irgendwie einfach eher eine fachliche Einordnung oder eine emotionale Stütze oder ein Erlaubnis für etwas.
00:05:16: Genau vielleicht erstmal so viel und dann gebe ich nochmal an Wiebke
00:05:20: Also ganz vieles hast du gesagt, was ich so genauer sagen würde oder schreiben würde.
00:05:25: Manchmal brauchen die tatsächlich einfach nur in Arm genommen zu werden und im Moment gehalten zu werden oder dass jemand da ist der sich jetzt Zeit nimmt auch sich um sie zu kümmern.
00:05:35: Und ich glaube die Verunsicherung entsteht weil alle Eltern wollen das Beste für ihr Kind.
00:05:40: Da sind wir uns so einig.
00:05:42: Die Ansprüche sind wahnsinnig hoch an sich selber Auch als Eltern gerade beim ersten Kind.
00:05:47: Und wenn dann schon in der ersten Nacht alles nicht so funktioniert hat, wie man sich das vorgestellt hat.
00:05:51: Dann ist es schon vormittags liegen auf die Nerven blank und ich glaube dieser Schlafentzug macht es auch nicht leichter.
00:05:57: Das ist für die Eltern tatsächlich sehr fordernd!
00:06:00: Jetzt habt ihr natürlich die Herausforderung in beiden euren Berufen, ob jetzt Psychologin oder Hebamme.
00:06:05: Dass die Menschen grundlegend verschieden sind wahrscheinlich mit denen ihr in Kontakt tretet und für die eine Mama ist die eine Aussage Gold wert?
00:06:13: Die andere bringt es gar nicht weiter.
00:06:15: Deswegen lasst uns noch mal einen Blick auf Elterntypen werfen damit man vielleicht irgendwie eine Einordnung schaffen kann.
00:06:21: Katharina du die Psychologinnen der Runde was sind denn klassische Eltern Typen die so die man so einordnen könnte?
00:06:28: Ich denke, wir alle haben direkt bestimmte Eltern oder Klientinnen vor Augen.
00:06:34: Ich würde vielleicht noch mal vorweggreifen und sagen, dass Typologien ja keine festen Diagnosen- oder festen Begriffe sind.
00:06:41: Du bist jetzt so?
00:06:41: Oder du bist so... Man kann die Menschen nicht in Schubladen irgendwie reinlegen.
00:06:47: Und ich denke auch, dass jeder von uns oder jedes Elternteil sich in verschiedenen Situationen, in verschiedenen Umgebungen auch anders verhält je nachdem was eigentlich gerade los ist.
00:06:57: also Wir kennen es beispielsweise, dass unter Stress wiebke hat das eben angedeutet.
00:07:01: Schlafentzug oder eben anderer Stress emotional körperlich.
00:07:05: Jeder Mensch unterschiedlich reagiert.
00:07:07: Einige sind dann vielleicht eher auf der Suche nach Information um sich irgendwie zu bestärken und wieder selbst Kontrolle zu erlangen.
00:07:14: andere vermeiden dann eher den Konflikt oder andere suchen einfach nur eine Lösung.
00:07:19: Und deswegen glaube ich gibt es nicht die eine Typologie oder nicht das eine Elternteil.
00:07:25: aber ich denke So typische Dinge, die wir alle kennen.
00:07:28: Wiebke sicherlich auch gerade so in der Anfangszeit und im Wochenbett sind... Man sagt ja, die Eltern sind in Anführungsstrichen sehr offen für verschiedene Einflüsse, Meinungen.
00:07:37: da spielt sicherlich sowas wie Verunsicherung also unsichere Eltern eine Rolle Und aus psychologischer Sicht denke ich das dann eben ein hohes Bedürfnis nach Sicherheit Kontrolle und Orientierung.
00:07:49: dahinter steht Andererseits, wer leben es heute auf sehr viel?
00:07:52: Das hatte Wipke auch grade angesprochen überinformierte Eltern in Anführungsstrichen oder sehr informierte Eltern, die schon ganz viele Informationen gesucht haben.
00:08:01: Da geht es sicherlich auch um einen Bedürfnis nach Kontrolle und Selbstwirksamkeit.
00:08:06: Und darauf je nachdem wo ich denn gerade vermute was gerade aktiv ist für ein Bedürfen ist versuche ich dann eben dementsprechend darauf einzugehen.
00:08:15: Wiebke möchtest du noch etwas ergänzen aus Deiner Erfahrung?
00:08:18: Also mir begegnen oft auch Eltern, die hin und her gerissen sind wo ihr Vertrauen festgelegt werden soll.
00:08:24: Die hören Informationen von der Gynäkologin vom Kinderarzt, von der Hebamme, vom familiären Umfeld aus Fachliteratur auf Social Media Und viele tun sich ganz schwer, weil sie so viel Unterschiedliches hören.
00:08:37: Weil es ja oft auch wirklich nicht den einen wahren richtigen Weg gibt sondern es gibt einfach viele Möglichkeiten wie man Kinder gesund und groß kriegt.
00:08:45: Viele tun sich sehr schwer für sich zu entscheiden wem vertraue ich und welchen Weg möchte ich gehen?
00:08:51: Weil man kann nicht alles gleichzeitig machen.
00:08:53: das funktioniert nicht.
00:08:54: Das ist oft so was mir in der Praxis begegnet.
00:08:56: Es gehört denke ich auch zu diesen unsicheren Eltern die einfach nicht wissen welchen Weg schlagen sie jetzt ein und mit wem wollen sie den Weg jetzt auch zusammen geben.
00:09:05: Und manchmal, wenn ich da noch mal anschließen darf aus dieser Flut an Informationen ist es dann ja auch wirklich, wirklich schwierig.
00:09:11: Dann finde ich das auch neurologisch dass einige Eltern dann eher in die unsichere Schiene gehen aber andere vielleicht auch dann skeptisch werden gegenüber wieder einer neuen Beratungsform.
00:09:21: Ich kann doch jetzt nicht die zehnte Person nochmal um Rat fragen, dann bekomme ich noch eine Meinung und vielleicht ist es da auch Wiebke was du gerade sagtest diese Haltung entgegenzubringen.
00:09:30: Ja!
00:09:30: Es gibt so viele unterschiedliche Meinungen weil es eben zu bestimmten Themen den ein oder die eine Lösung eben gibt, sondern es ist wirklich immer individuell auf das Baby, auf die Familie und auf diese Situation.
00:09:43: Und ich glaube erst wenn das so ein bisschen überschwappt in die breite Masse können die Eltern dann auch wieder mehr in ihrer eigene Selbstwirksamkeit finden.
00:09:51: Jetzt habt ihr beide schon Punkte angesprochen, wie ganz viele verschiedene Einflüsse, ob das jetzt vom Arzt von der Familie ist.
00:09:58: Social Media habt ihr jetzt beiden schon angesprochen?
00:10:01: Wie hat sich die Kommunikation da vielleicht grundsätzlich durch diese Einflüße vor allem social media für euch in der Beratung?
00:10:07: Was hat das für Auswirkungen?
00:10:09: Also ich merke dass die Beratungsgespräche länger dauern.
00:10:12: Die Frauen sind oft gut vorbereitet also sie kommen mit langen Zetteln und haben dann schon ganz viel gelesen.
00:10:18: Ich sage mal als Beispiel Basierungen von Vitamin D. Da gibt es ja mittlerweile verschiedene Konzepte, früher gab's ein Medikament, einen Generiker und ansonsten war klar wie das so gemacht wird.
00:10:28: Heute gibt es ganz viele Möglichkeiten auch sich zwischen Vitamin D aus dem Internet in besonderen Darrechnungsformen zu besorgen Und die kommen mit vorbereiteten Zetteln.
00:10:36: Was sollen sie jetzt machen?
00:10:37: Ihr Kinderarzt sagt es eine.
00:10:39: Sie haben aber auch schon anderes gehört Und ich finde das Schwierige für die Eltern, dass gerade auf Social Media manche Personen können sich wahnsinnig gut verkaufen.
00:10:48: Manche Influencer haben aber fachlich überhaupt keine Expertise außer dass sie vielleicht selber Eltern sind oder gerade Eltern geworden sind.
00:10:56: Und dadurch, dass sie sich einfach gut verkaufen können, erwägt es bei den Eltern den Eindruck das ist jetzt fachlich absolut verlässliches superaktuelles Wissen.
00:11:05: Auf das Sie sich verlassen können.
00:11:06: und wenn man es dann kritisch beleuchtet, dann wird klar, dass da eigentlich nur eigene Erfahrungswerte oder eben auch sehr viel Verkaufsstrategie für gewisse Produkte dahinterstecken.
00:11:16: Das ist in der Beratung, das ist anstrengend und es kostet einfach viel Zeit!
00:11:20: Und da merke ich, dass es früher tatsächlich einfacher war.
00:11:23: Weil die Frauen kamen und dann hat man gesagt also der aktuelle Empfehlungstand wäre so und so... ...und dann haben sie gesagt okay, dann mache ich das so!
00:11:30: Ich bin ja froh, dass alle kritisch werden und Sachen hinterfragen aber manchmal artet das ein bisschen aus.
00:11:35: Also da kann ich mich auf jeden Fall anschließen.
00:11:37: Es kostet auf jeden fall viel mehr Beziehungsarbeit.
00:11:40: Also eben diese Zeit das Vertrauen aufzubauen und zu erklären warum Manche Dinge vielleicht noch mal anders eingeordnet werden müssen, als man das bei Social Media eben in so einem kurzen TikTok-Video oder Real gesehen hat.
00:11:54: Und manchmal treffe ich dann auch auf skeptische Partnerinnen, die dann in den Gesprächen dabei sind und die natürlich auch mit ins Boot geholt werden müssen.
00:12:03: Es sind ja nicht immer alle Erziehungsziele gleich – das ist auch okay!
00:12:07: Aber irgendwo braucht es einen gemeinsamen ... Konsens.
00:12:10: Und Eltern, die zu uns in die Beratung kommen sind ja immer Teil einer Familie eines kulturellen Kreises unterliegen immer gesellschaftlichen Erwartungen.
00:12:18: auch das ist natürlich Teil der Beratungen.
00:12:20: wenn ich jetzt beispielsweise jemanden habe aus einem anderen Kulturkreis und diese Person hat aber ganz andere Normen und Werte im Bezug beispielsweise.
00:12:28: Ich hatte mal einen Fall da hat mir eine Frau erzählt also bei uns es so dass die Kinder mal ganz ganz warm wenn sie neu geboren sind eingebettet werden sollen.
00:12:37: Da wird man ja als Schlafbraterin so ein bisschen schon, oh plötzlicher Kindstodvorbeugung!
00:12:41: Naja.
00:12:42: aber wenn das bei denen in der Kultur also natürlich kann ich dann ganz viel aufklären, aber wenn sie dann sagt es ist schon seit fünfzig Generationen bei uns so überliefert und das hat bis jetzt jedem Kind gut getan, dann kommt man da so ein bißchen schwierig mit nur reim Fachwissen ran.
00:12:56: Da kann man dann einfach nur anbieten verweisen auf den Goldstandard sozusagen auf Leitlinien kann man alles machen, aber im Endeffekt kann man dann auch einfach nur schauen, dass man ja auf jeden Fall verantwortungsvoll trotzdem reingeht.
00:13:09: Und was Wiebke auch gerade sagte, manche Stimmen sind dann eben auch besonders auf Social Media oder im Internet sehr laut und normativ.
00:13:17: Was dazu kommt ist das auch Eltern sich sehr oft vergleichen mit einem bestimmten Bild oder einen bestimmten Video, was sie sich gesehen haben und dadurch auch sehr hohe Ansprüche entwickeln.
00:13:28: also es muss so sein wie ich das da sehe.
00:13:31: Dem allen gerecht zu werden, ist ja manchmal fast unmöglich.
00:13:34: Und alles in allem kann ich auch einfach nochmal betonen erhöht das unsere Beziehungsarbeit und Aufklärungsarbeit.
00:13:41: Vielleicht müssen wir noch mehr mit Takten als früher hinterlegen und billigen um manche Eltern abzuholen.
00:13:47: Andererseits ist es aber immer im Wandel.
00:13:51: Ich glaube auch früher gab's sicherlich kulturelle Wandel und Generationenwandel dem die Eltern unterlagen.
00:13:58: Wahrscheinlich ist das irgendwo ... Teil, dass sich alles verändert und man darauf reagiert.
00:14:05: Jetzt habt ihr schon einen ganz spannenden Punkt angesprochen.
00:14:07: Und zwar das man ja einfach mit sehr viel Informationen konfrontiert wird die auch so mit Clickbait und den engsten Schüren Menschen versuchen zu greifen in ihren Emotionen und junge Eltern sind natürlich wahrscheinlich sehr offen dafür.
00:14:21: Deswegen glaube ich ist diese Thematik heute super wichtig, dass wir mal ein bisschen aus der Theorie rausgehen gute Praxisbeispiele mit reingeben.
00:14:31: Hier hört ja heute auch ganz viel Fachpersonal zu und dass wir vielleicht mal für so ein paar Situationen einfach ein paar Beispiele rein geben, was kann man denn sagen?
00:14:38: Wie kann man so ganz grundsätzlich vielleicht Vertrauen schenken?
00:14:42: Habt ihr da so ein Paar Anhaltspunkte wo ihr sagt es ist immer ein guter Weg um einzusteigen und wieder die Verbindung herzustellen?
00:14:48: Also, ich glaube es ist wichtig den Eltern mit auf den Weg zu geben von Anfang an.
00:14:53: Es gibt nicht den einen Weg.
00:14:54: also jede Familie geht ihren ganz individuellen eigenen Weg und beim ersten Kind wird man zum ersten Mal Mutter oder Vater Und Man sieht oft erst langfristig auch man alles so richtig gemacht hat ob zurückblickend die richtigen Entscheidungen waren.
00:15:07: Wir wünschen uns ja auch so ein kleines Fenster in die Zukunft dass man mal gucken kann war das die richtige Entscheidung?
00:15:12: Oder Nicht?
00:15:13: So was gibt's leider nicht.
00:15:14: das heißt man muss schon aus sein Bauchgefühl hören und so ein bisschen darauf hoffen dass es am Ende gut wird.
00:15:20: Und ich glaube auch, also ich erlebe das oft in der Praxis, dass man den Eltern nochmal sagen muss ob jemanden... gesunder erwachsener wird, der sagt ich hatte eine gute Kindheit.
00:15:30: Ich habe eine Familie in der ich mich wohl und geborgen fühle es hängt an so viel großen und ganzen Dingen und gar nicht so sehr an diesen klitzekleine Dingen ob das jetzt das richtige Florizum richtigen Zeitpunkt war oder dass der richtige Beikost starten mit dem regional selbst gekochten Bio Gemüse war oder vielleicht doch ein Gaftsgläschen.
00:15:47: Es sind langfristig gar nicht die Dinge die so wichtig werden.
00:15:50: und wenn wir mal unsere eigene Kindheit zurückdenken.
00:15:53: An sowas können wir uns ja gar nicht erinnern, also ob unsere Zähne gesund sind bei unserer Eltern darauf geachtet haben, dass unsere Zäne putzen, klar das merken wir als langfristige Auswirkungen.
00:16:03: aber bei anderen Sachen spielt es gar nicht so eine große Rolle.
00:16:05: und dann haben die oft ein AHA-Erlebnis und merken ja man muss vielleicht gar nicht von dem Waschmittel oder den Weinspüler über welches Putzmittel wann jetzt verwendet welche Vitamine jedes Thema so wahnsinnig groß aufhängen Weil das schon oft so dargestellt wird, als müsste man sich jetzt über jedes Thema wahnsinnig viele Gedanken machen.
00:16:24: Und vor zwanzig Jahren gab es überhaupt gar kein anderes Waschmittel für Babys und wir sind auch alle groß geworden.
00:16:29: Da erlebe ich manchmal dass die Eltern sagen, ah ja stimmt!
00:16:32: Das klingt logisch.
00:16:33: Vielleicht machen wir uns ein bisschen weniger Gedanken über manche Dinge und ansonsten empathisch sein zu hören.
00:16:40: Ich glaube ist ganz wichtig, dass die Familien sich ernst genommen und gehört fühlen dass man nicht einfach irgendwas wegwischt, was man selber nicht als Problem empfindet sondern einfach suggeriert.
00:16:50: Ich höre ich sehe es ist für euch ein Problem und wir überlegen gemeinsam wie wir das angehen können.
00:16:55: Also ich finde auch das Thema Entlastung Wiebke sehr wichtig.
00:16:58: also ich versuche immer wieder auf der einen Seite von der Entwicklungsseite zu entlasten, also beispielsweise sozusagen dass eben jedes Kind sich in seinem Tempo entwickelt und das ist natürlich ganz viele Tabellen und Kurven gibt.
00:17:11: Und es oft einfach Durchschnittswerte sind.
00:17:13: und dann eben auch bedeutet das eine Kind macht das so und das andere eben drei Monate später.
00:17:18: aber Alles dazwischen ist völlig normal und sei es beim Thema Schlafen, sei es dann später bei den Toilettengängen oder irgendwie beim Hüpfen lernen.
00:17:26: Also viele dieser Tabellen die ihr alle sicherlich kennen passen doch bei den meisten Kindern ja auch einfach nicht so ganz genau.
00:17:33: Und dementsprechend auch ist zwar vielleicht ein bisschen alt aber auch immer wieder dieses Konzept dick Gut enough, Mother oder der gut enough Father.
00:17:41: Also du musst nicht alles perfekt machen.
00:17:43: Für dein Kind ist es wirklich völlig in Ordnung wenn du die Grundbedürfnisse erfüllst und alles was dann untappt kommt na klar ist das schön aber wie du schon sagst dass sind ist nicht das was zählt.
00:17:52: das ist wirklich diese grundsätzliche Beziehung sich geborgen fühlen sich geschützt fühlen und bei dem natürlich auch das Thema Grenzen.
00:18:00: Also es ist so eine Ordnung, wenn du auch mal eine Grenze setzt.
00:18:03: Es ist so ein Ordnung ,wenn du mal nein zu einem Wunsch deines Kindes sagst, es ist auch mal in Ordnung wenn du ja zu einem wunsch von dir sagst und für einen Bedürfnis von dir einstehst.
00:18:12: Das zählt genauso und es wird immer wieder jetzt ein Abwegen sein, dessen bedürfnisse in der Familie erfüllt werden und man kann nie alle gleichzeitig hundert Prozent erfüllen.
00:18:21: und eben auf der anderen Seite neben der Entlastung dann wirklich in diese Ressourcen Arbeit zu gehen und zu sagen was tut euch ins gesamtgut.
00:18:28: Wer oder was könnte euch im Alltag entlasten?
00:18:31: Wann erlebt ihr euch schon besonders kompetent?
00:18:34: in welcher Situation habt ihr etwas aus eurer Sicht gut gemacht, wo habt ihr euch als Familie stark gefühlt?
00:18:40: also wirklich immer wieder Ressourcenaktivierung wie wir Psychologen ist ne?
00:18:44: Ja ich glaube ich fand es so schön was Wiebke gesagt hat dass man sich eben die einzelnen kleinen Entscheidungen kriegt das Baby jetzt den roten Ball oder den grünen.
00:18:53: Das ist am Ende gar nicht mehr so wichtig, denn das woran man sich vielleicht erinnert wenn man an seine Kindheit zurückdenkt auch eher wie du jetzt sagst Katharina ein Gefühl von Geborgenheit und Vertrauen habe ich mich sicher gefühlt Und ich glaube da wie ihr immer so schön sagt alle Eltern wollen für ihre Kinder das Beste und solange man für ein Sicheres zu Hause sorgt kann man so viel nicht falsch machen und kaputtmachen.
00:19:14: vor allem Gut, ich danke euch.
00:19:17: Wir können schon langsam zum Ende kommen.
00:19:19: wir haben festgehalten Vertrauen ist die Basis von allem.
00:19:21: Kommunikation bedeutet mehr als nur Wissensvermittlung.
00:19:24: es geht vor allem um Beziehung und um validieren.
00:19:28: habt ihr noch vielleicht irgend eins wo gesagt?
00:19:30: das ist mein go to meine super power.
00:19:34: so kann Ich immer wieder zurückfinden mit den Eltern in der Beratung wenn sie irgendwie mal vielleicht abhanden kommen.
00:19:41: Also meine Superpower ist mir noch mal bewusst Zeit zu nehmen und auch selber nochmal durchzuatmen.
00:19:45: Und so sagen wir am Hausbesuch, wenn man schon ewig da ist und eigentlich keine Nerven mehr hat dann sage ich zum Erselberweb gereist dich jetzt nochmal zusammen atme nochmal durch und dann drehst du nochmal eine Runde damit der Besuch einfach positiv endet.
00:19:57: Auch wenn man Themen verschieben muss aufs nächste Mal was oft einfach sein muss weil ich könnte auch fünf Stunden da auf dem Super sitzen.
00:20:03: Am liebsten natürlich vier zwanzig Stunden damit ich gleich bereit bin wenn die nächste Frage aufkloppt.
00:20:08: Aber ich glaube, das ist die Power sich für die wichtigen Sachen noch mal Zeit zu nehmen und die unwichtigen Sachen oder nicht die unwichtig.
00:20:15: Aber die nicht einigen Sachen zu verschieben damit beide so zufrieden aus der Beratungssituation rausgehen.
00:20:21: Mir tut es tatsächlich ganz gut wenn ich manchmal bei Fällen denke was ist eigentlich los?
00:20:25: Oder wieso kommen wir hier eigentlich nicht weiter mit wirklich immer wieder nochmal diese Studie zu den Wirkfaktoren einer... Psychotherapie, aber ich denke man kann es auch auf Beratung anwenden von Klaus Grawe.
00:20:36: Vielleicht ist das auch nochmal interessant für alle Zuhörenden?
00:20:39: Dass eben ein Studium durchgeführt wurde.
00:20:41: was sind eigentlich die Wirkfaktoren in einer Therapie?
00:20:44: und wenn nicht dann sehe okay Die wirkt.
00:20:46: Faktoren sind die Beziehungsgestaltung, die Ressourcenaktivierung, Problem-Aktualisierung.
00:20:52: Dann kann ich mich immer wieder selbst darauf zurückführen okay es kommt jetzt wirklich gar nicht darauf an welche Methode ich hier heute verwende oder was genau wir machen sondern wirklich dass sich ja die Kraft aufbringe in Beziehung zu gehen und wirklich diese innere Landkarte nochmal anzugucken.
00:21:08: worum geht das heute eigentlich?
00:21:10: Und ich würde gerne noch eins einwürfen, weil ich es so wichtig finde und meinen zukünftigen Werden entnieb am Ende immer mit auf den Weg gebe.
00:21:16: Das ist die kollegiale Fallberatung.
00:21:18: also man geht ja manchmal aus einem Gespräch raus und denkt sich Mist.
00:21:22: irgendwie bin nicht zufrieden.
00:21:23: das lief nicht so rund.
00:21:24: Ich habe nicht das Gefühl Es war gut und dann den Kollegin anzurufen uns zu sagen Mensch hast du mal Zeit?
00:21:29: Ich erzähl dir mal wie das heute war und ganz oft hat dann die andere den Geist des Blitz und sagt Hast du mal daran gedacht dass vielleicht das das Problem war oder hast du dir mal überlegt?
00:21:38: Das ist vielleicht gar nicht darum gegen heute, weil man manchmal ja so ein bisschen driebsblind ist, wenn man selber in der Situation drin steckt.
00:21:45: Also ich appelliere an ein großartiges belastbares Netzwerk, wenn sich das aufbaut als Hebamme oder auch wenn man so in der Beratung tätig ist und finde es auch immer noch wahnsinnig hilfreich!
00:21:56: Ja, vielen Dank für eure Einblicke heute in dieses wirklich spannende Thema.
00:22:00: Ihr findet ganz viele Insights und vielleicht auch ein paar Verlinkungen zu den Studien die ihr gerade genannt habt in unseren Show Notes.
00:22:07: Schaut euch auch unbedingt in dem Beba Medical Fachportal um!
00:22:10: Da haben wir ganz viele spannende Artikel zu ganz vielen Themen rund um Schwangerschaft erstes Jahr mit Baby und wir freuen uns aufs nächste
00:22:18: Mal und sagen
00:22:19: Tschüss und vielen Dank!
00:22:25: Das war
00:22:26: Wissen leicht verdaulich, der Fach-Podcast von Beber Medical.
00:22:30: Weitere Informationen, Fachartikel und Hintergründe
00:22:33: findest
00:22:34: du in unseren Shownotes oder auf www.bebermedical.de.
00:22:38: Bis zum nächsten Mal!
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